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UNGERECHTIGKEITEN BESEITIGEN

Die indigene Bevölkerung der Mapuche lebt in enger Beziehung zur Erde.

Eine friedvolle und gerechte Gesellschaft ist Grundvoraussetzung für die menschliche Entwicklung. Connexio unterstützt Projekte, die einen Beitrag an eine friedliche Koexistenz zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und für gerechte Rahmenbedingungen leisten. Die menschenrechtsbasierte Arbeit ist heute ein wichtiger Pfeiler in der Entwicklungszusammenarbeit und befähigt Menschen, ihr Potenzial zu entfalten und das System, in dem sie leben positiv zu verändern. Der menschenrechtsbasierte Ansatz versucht die Ungerechtigkeiten, die den Kern von Entwicklungsproblemen bilden, zu analysieren und diskriminierende Praktiken und ungerechte Machtverhältnisse, die den Entwicklungsprozess behindern, zu beseitigen.

 

Friedensarbeit in Chile

In Chile ist die Bevölkerungsgruppe der Mapuche mit vielen strukturellen Ungerechtigkeiten konfrontiert. Beispielsweise sind die Rechte der indigenen Bevölkerungsgruppen in der Verfassung immer noch nicht verankert. Auf Gesetzesebene sind verschiedene Rechte der indigenen Bevölkerungsgruppen ansatzweise geregelt, doch fehlt die verfassungsmässige Verankerung. Der Zugang zu Land und Wasser birgt deshalb immer noch ein hohes Konfliktpotential. Noch immer sind rund dreiviertel des Landes, das traditionell von den Mapuche genutzt wurde in Besitz von Investoren.

Das Friedensprojekt der Methodistenkirche in Chile in der Region Temuco versucht den Dialog und das Verständnis zwischen dem  Staat, den Siedlern und den indigenen Bevölkerungsgruppen zu fördern. Um ungerechte Strukturen beseitigen zu können, müssen die Menschen ihre Rechte kennen. Dazu werden Workshops zum Land- und Wasserrecht und auch zum Gesetz über die indigenen Bevölkerungsgruppen durchgeführt. Wo Rechte sind, gibt es auch Pflichten. In den Workshops werden deshalb immer beide Waagschalen, die Rechte und die Pflichten angesprochen.

In drei Gemeinden, die stark von den Konflikten betroffen sind, fanden 2019  sechs Workshops statt. Der psychosozialen Begleitung von traumatisierten Menschen fällt eine wichtige Bedeutung zu. Fachpersonen bieten dazu ihre Dienste an. Als Grundlage dazu muss zuerst ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Das Projekt bietet auch ganz praktische Hilfestellungen. Frauen werden in ihren handwerklichen Fertigkeiten und zu Marketingfragen weitergebildet. Ein hochmotiviertes, interdisziplinäres Team von Fachpersonen steht dem Projekt zur Verfügung. Die positive Wirkung des Projekts wird bereits auch von staatlichen Stellen wahrgenommen und gewürdigt.

Friedensfrauen im Kongo

In der Provinz Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo, werden Dörfer immer wieder von Terrormilizen überfallen. Frauen und Kinder sind durch den Terror am meisten gefährdet. Oft können Frauen, die Gewalt überlebt haben, nicht über ihre traumatisierenden Erfahrungen sprechen, aus Angst vor ihren Peinigern und auch aus Angst von ihren Familien verstossen zu werden.

Frauen möchten dieses System von Gewalt und Diskriminierung durchbrechen und andere Frauen in ihrer Würde und in ihrem Selbstwertgefühl stärken. Durch Sketches, in denen Alltagssituationen aufgenommen werden und durch Lieder, werden die Zuhörenden zu den Themen Situation der Frauen, friedvolles Zusammenleben, Toleranz und sozialer Zusammenhalt der verschiedenen Konfessionen sensibilisiert.

Die limitierten Ressourcen in der Region sind oft auch Ursache von Konflikten zwischen den verschiedenen Ethnien. Ethnische Konflikte werden leider oft entlang von konfessionellen Linien geführt. Die Erfahrung zeigt, dass die Kirchen nicht immer eine positive Rolle in dieser komplexen Konfliktsituation innehatten. Die Kirche muss sich dessen bewusst sein, dass sie sowohl Konflikte befeuern als auch Konflikte transformieren kann.

Da das Projekt „mit Frauen ist Frieden möglich“ überkonfessionell arbeitet, trägt es auch zu einer konstruktiven Auseinandersetzung über die Rolle der Kirchen im Friedensprozess bei. Die Episkopalregion Ost-Kongo der Methodistenkirche leistet einen beeindruckenden Beitrag zur Stärkung von Frauen und für ein friedvolles Zusammenleben zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Region. Connexio ist sehr dankbar für diese wichtigen Initiativen der Kirche in einer von Gewalt gebeutelten Region.

Durch Singen verbreiten die Frauen die Friedensbotschaft.