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Aus aller Welt

Donnerstag, 06. September 2018 09:40 Alter: 77 days

Im Kongo sind Seife und Maismehl zu Luxusgütern geworden

Kategorie: Weltweit

Die Demokratische Republik Kongo könnte aufgrund ihres Rohstoffreichtums eines der reichsten Länder des Kontinents sein, aber von den über 90 Millionen Einwohnern lebt die Mehrheit in grösster Armut. Etwa die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren ist unterernährt. Politische Instabilität, Kriege, Gewalt und Korruption prägen den Lebensalltag.

Ernten können aufgrund der schlechten Verkehrsverbindungen nicht vermarktet werden. Es fehlen Strassen, vor allem Brücken.

Die Finanzsituation hat sich deutlich verschlechtert und die Inflationsrate ist im Jahresdurchschnitt auf über 50% gestiegen. Ein Wirtschaftswachstum wäre zwar weiterhin durch die guten Rohstoffpreise gegeben, aber es gelingt oftmals nicht, die breite Bevölkerung in den Wirtschaftsprozess einzubeziehen und so Armut und Unterentwicklung zu verringern. Die städtische Bevölkerung, vor allem in Kinshasa, lebt fast ausschliesslich von Kleinstunternehmen. Kleinhändler und das lokale Transportwesen sichern den Lebensunterhalt.

 

Die DR Kongo ist mit über 50% der weltweiten Kobaltproduktion Marktführer. 17 internationale Bergwerke, hochmodern ausgerüstet und kaum auf Arbeitskräfte angewiesen, bestimmen die Produktion. Dem stehen rund 500'000 Arbeiter und Kinder gegenüber, die Kleinstbergbau unter menschenunwürdigen Bedingungen betreiben. Grosse Teile der Gewinne aus dem Bergbau verschwinden in privaten Händen. Alleine Glencore hat 2017 einen Gewinn von 6,9 Mrd. US Dollar ausgewiesen - dies ist mehr als der Staatshaushalt des Kongo.

 

Zwei Drittel der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Grosse Gebiete wären landwirtschaftlich nutzbar; es werden aber nur rund 5 % kultiviert. In manchen Regionen, wie den Kivus, im Katanga und im Umfeld der grossen Städte wird sämtliches Land genutzt während die Regenwaldgebiete kaum landwirtschaftlich erschlossen werden. Haupterzeugnisse sind Maniok, Mais, Reis, Bohnen, Kartoffeln, Süsskartoffeln, verschiedene Spinatsorten und Kochbananen. Dazu kommen Zuckerrohr, Erdnüsse, Ölpalmen und Bananen. Die landwirtschaftliche Produktion von Exportprodukten ist fast vollkommen zusammengebrochen, obwohl ein grosses Produktionspotenzial für Ölpalmen, Kaffee, Tee, Kautschuk, Baumwolle, Sojabohnen und Kakao besteht. Vielerorts gibt es gute und ausreichende Erträge, jedoch blockieren die schlechten Verkehrsverbindungen die Vermarktung. Es fehlen Strassen, vor allem Brücken. Die Transportkosten sind an vielen Orten so hoch, dass sich die Vermarktung der Ernte nicht mehr lohnt. Hinzu kommt, dass die erhoffte politische Stabilität wohl ausbleiben dürfte, was eine wichtige Voraussetzung wäre für eine verbesserte Wirtschaftslage.

 

Auch wenn Indikatoren zur Armutsminderung eine leichte Verbesserung der Lebenssituation anzeigen - der grösste Teil der Bevölkerung, darunter auch viele Mitglieder der Methodistenkirchen, lebt immer noch in absoluter Armut.

 

Connexio unterstützt die Partnerkirchen in der DR Kongo in ihren Bemühungen. Schwerpunkte der Arbeit sind nachhaltige Entwicklung, Gesundheitsdienste, Ernährungsprojekte für Kinder, Friedensförderung und Nothilfe. Zu den Projekten in der DR Kongo

 

 

Quelle: Connexio / Jean-Paul Dietrich, Projektkoordinator für Connexio in der DR Kongo