Kroatien
Beendigung der methodistischen Gemeindearbeit in Kroatien
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Nach
intensiven, 15-jährigen Bemühungen
um den Aufbau einer
methodistischen Präsenz
in Kroatien ist die Arbeit im Herbst
2010 eingestellt worden. |
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Ab 1923 gab es –
beginnend in Zagreb – verschiedene missionarische
Initiativen mit dem Ziel, methodistische Gemeinden in
Kroatien zu gründen und zu festigen. Diese Arbeit geschah in
serbokroatischer Sprache – dies im Gegensatz zur heute in
Serbien liegenden Vojvodina, wo es anfangs des 20.
Jahrhunderts viele blühende deutsch- und ungarischsprachige
Gemeinden gab. Die missionarischen Bemühungen in Kroatien
waren allerdings nicht von Erfolg gekrönt und wurden deshalb
wieder abgebrochen.
Dafür unterhielt die Methodistenkirche in Italien
verschiedene Gemeinden in Istrien (z.B. in der Stadt Pula).
Als Istrien 1947 an die föderative Volksrepublik Jugoslawien
ging, wurde jedoch auch diese Arbeit eingestellt.
In den Neunziger Jahren bat UMCOR, das Hilfswerk der
weltweiten EMK, den damals für Kroatien zuständigen Bischof
Heinrich Bolleter, einen Pfarrer ins kriegsgeschüttelte
Kroatien zu senden, um die vielen lokalen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter zu begleiten. Etwa zur gleichen Zeit hörte
Petar Zunic, ein gebürtiger Kroate, während seines Studiums
am Theologischen Seminar (heute: Theologische Hochschule) in
Reutlingen Gottes Ruf zu einer missionarischen Aufbauarbeit
in seiner ehemaligen Heimat. So reiste er 1995 zusammen mit
seiner Frau Heidi nach Split/Kroatien. Zu einer
Zusammenarbeit mit UMCOR sollte es nie kommen; in Split
begann das Ehepaar aber, Menschen mit einer Botschaft der
Hoffnung und mit tätiger Liebe zu begegnen – und dadurch die
Arbeit der EMK in diesem Land wiederzubeleben. Durch die
verschiedenen Bemühungen und manchmal auch durch scheinbar
zufällige Begegnungen bildete sich ein Beziehungsnetz, aus
dem eine kleine Gemeinde wuchs.
Neben regelmässigen evangelistischen Einsätzen in der
Innenstadt von Split – teilweise auch in Zusammenarbeit mit
anderen freikirchlichen Gemeinden – war die Produktion von
christlicher Literatur ein Schwerpunkt der Aktivitäten. Die
Losungsbücher und andere Schriften (z.B. eine kroatische
Übersetzung von John Wesleys Buch «Allein dieser Weg»)
fanden dabei bis weit über die Kirchen- und Landesgrenzen
hinaus Beachtung und Verwendung. Ausserdem knüpften Petar
und Heidi Zunic Kontakte zu einem in der Nähe gelegenen
Waisenheim, und sie führten regelmässige Veranstaltungen für
Kinder und Jugendliche durch (Spielnachmittage,
Fussballturniere, Ausflüge, Filme, Diskussionen).
In einem fast ausschliesslich römisch-katholisch geprägten
Umfeld gestaltete sich die missionarische Aufbauarbeit
jedoch sehr schwierig. Immer wieder liessen sich Menschen in
persönlichen Notsituationen auf Gespräche mit den
Methodisten ein, zeigen eine grundsätzliche Offenheit für
Gott – und wandten sich plötzlich ab, wenn sie merkten, dass
sie es mit einer evangelischen Kirche zu tun hatten. Oder
sie schlossen sich für eine Weile der Gemeinde an und zogen
dann weiter, sobald sie auf eigenen Füssen stehen konnten.
Das Wechselspiel von viel Säen und wenig Ernten, Hoffnungen
und Enttäuschungen, führte dazu, dass die Arbeit trotz der
unermüdlichen Bemühungen der Verantwortlichen klein blieb.
Nach vielen Gesprächen wurde nun beschlossen, die
methodistischen Gottesdienste in Split im Oktober 2010
einzustellen. Petar Zunic wird aber – zusammen mit seiner
Frau Heidi – als Pastor im Ruhestand der Süddeutschen
Jährlichen Konferenz auch in Zukunft an der Adria leben.
Hinsichtlich der künftigen Literaturarbeit und
Internetpräsenz gibt es schon einige konkrete Pläne, die nun
Schritt für Schritt realisiert werden. Darüber hinaus geht
aber auch an einem anderen Ort etwas von dem weiter, was in
Split begonnen hat: Die derzeit wachsenden EMK-Gemeinden in
Pogradec und Tirana (Albanien) mussten sich aus Platzgründen
nach neuen Versammlungsorten umsehen. Sie wurden fündig –
und konnten das gesamte noch fehlende Kirchenmobiliar
einschliesslich verschiedener Geräte und
Einrichtungsgegenstände in Split übernehmen und nach
Albanien transportieren.
Eine offizielle methodistische Gemeindearbeit gibt es in
Kroatien nun nicht mehr. Es bleibt die Wertschätzung für das
grosse Engagement von Petar und Heidi Zunic – und das
Vertrauen, dass Gott den Menschen nachgehen wird, welche
durch die methodistische Arbeit in Kroatien von seiner
grossen Liebe gehört haben.
Quelle: Bischofssekretariat der EMK, Zürich/Schweiz
01. Dez. 2010
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